Rechtsanwältin Evangelia Karipoglou

Opferrechte - Einleitung 

Bei jeder Straftat steht ein Opfer immer von vornherein fest. Das eine Opfer sind wir alle, der Staat. Unser Schaden ist die Verletzung unserer Rechtsordnung.

Wir -die Gesellschaft- haben den Regierenden das Gewaltmonopol übertragen. Die Regierenden üben die Macht zu unserem Wohl aus, nehmen uns Aufgaben ab und schützen uns, dafür verzichten wir auf eine von den Regierenden unabhängige Rechtsetzung bzw. Gewaltausübung. Dieser Vertrag zwischen Regierenden und der Gesellschaft ist das Grundprinzip aller etablierten Rechtsordnungen.

 Für die direkte körperliche Gewalt gilt dieses Unterordnungsverhältnis nicht. Sowohl die Regierenden, als auch der einzelne Bürger dürfen körperliche Gewalt nur in Notwehr anwenden.

 Unsere Grundrechte garantieren, dass wir uns wehren können, wenn die Regierenden eines dieser Prinzipien verletzen. Verletzt ein Mitglied der Gesellschaft diese Prinzipien, wehren sich die Regierenden hiergegen aufgrund des ersten Prinzips als unser aller Vertreter, -aber auch als Vertreter des individuell betroffenen menschlichen Opfers, denn schließlich verfügt dieses außerhalb der Notwehr nicht mehr über die Legitimation, seine Verteidigung auf den Angriff aus eigener Souveränität zu übernehmen-.

 Polizei, Staatsanwalt und Richter übernehmen diese Aufgabe durch die korrekte Durchführung der Strafverfolgung. Korrekt deswegen, weil die Gewalt, die die Regierenden jetzt auf den Täter ausüben, sich wiederum im Rahmen der beiden Prinzipien halten muss.

 Langsam nur setzt sich der Gedanke durch, dass im Unterschied zur Theorie, das individuell betroffene menschliche Opfer in der Prozesspraxis zu kurz kommt. Zu oft findet das Opfer sein Interesse im Verfahren nicht angemessen vertreten wieder. Dies veranlasst den Staat dazu, auch in anbetracht der besonderen Belastung des Opfers durch Tat und Prozess, es solidarisch mit immer mehr Rechten auszustatten, die ihm erlauben, sein persönliches Interesse, sowohl an einer angemessenen Sanktionierung des Täters, als auch an einer materiellen Wiedergutmachung, unter erleichterten Bedingungen zu verfolgen.

Diese opferspezifischen Rechte sind heute in der Strafprozessordnung (StPO), im Opferentschädigungsgesetz (OEG), im Opferanspruchssicherungsgesetz (OASG), im Gewaltschutzgesetz   (GewSchG) und im Ausländerrecht festgeschrieben.

 In den folgenden Menüpunkten finden Sie Überblicks- und Detaildarstellungen dieser besonderen Rechte.*
Eine Beratung im Einzellfall kann diese Seite jedoch in keinem Fall ersetzen. Jeder Fall hat seine Besonderheiten, diese können nur in einer qualifizierten Einzellfallberatung zu Tage kommen.

* zitierte Gesetze und Paragraphen sind mit www.gesetze-im-internet.de verlinkt. www.gesetze-im-internet.de ist ein Projekt der Firma JURIS und des Bundesministeriums der Justiz.

 

 

Ioannidou Karipoglou Bogner Rechtsanwälte in Bürogemeinschaft