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Das Adhäsionsverfahren

Das Adhäsionsverfahren  ist in den §§ 403-406 f StPO geregelt.  Es bezeichnet die Geltendmachung (zivilrechtlicher) vermögensrechtlicher Ansprüche im Strafverfahren. Im Verfahren gegen Jugendliche ist eine Adhäsion nicht möglich, § 81 JGG.

Adhäsionsantragsteller kann der (auch mittelbar) Verletzte aus der Straftat oder sein Erbe sein.

Der Adhäsionsantrag wird abgelehnt, wenn er sich zur Erledigung im Strafverfahren nicht eignet oder das Verfahren erheblich verzögern würde. Handelt es sich allein um einen Schmerzengeldanspruch (§ 253 S.2 BGB) kann eine Ablehnung nur nach letzterem erfolgen.
Die Ablehnung soll der Richter vor der Urteilsverkündung durch Beschluss bekanntgeben. Hiergegen steht dem Antragsteller das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde zur Verfügung, wenn der Adhäsionsantrag vor dem Hauptverfahren gestellt wurde und eine den Rechtszug abschließende Entscheidung nicht ergangen ist.

Ein Anerkenntnis des Angeschuldigten ist möglich, ebenso ein gerichtlicher Vergleich mit dem Antragsteller. Antragsteller und Angeschuldigter können übereinstimmend beantragen, dass der Richter einen eigenen Vergleichsvorschlag unterbreitet.

Die Stattgabe des Adhäsionsantrags erfolgt im Urteil.

Weitere Rechtsmittel existieren nicht. Da nur der Umfang der Stattgabe Rechtskraft entfaltet, bleibt es dem Antragsteller frei, die abgelehnten Ansprüche in einem ordentlichen Zivilverfahren erneut geltend zu machen.

Vergessen werden darf nicht, dass vermögensrechtliche Ansprüche wegen einer Gesundheitsschädigung aus dem OEG-Katalog (Behandlungskosten u.v.m.) NICHT im Adhäsionsverfahren geltend werden können, solange nicht eine förmliche Opferentschädigungs-Ablehnung durch den Versorgungsträger vorliegt.  ⇒mehr hierzu.